#15 Danger Dan – Sand in die Auge

Seit 4 Jahren bin ich stolzer Papa einer wunderbaren Tochter. Sie ist mal frech, mal lieb, mal abenteuerlustig, mal ruhig, mal selbstbestimmt und mal anhänglich – sie ist ein Mensch mit vielen tollen Facetten und doch gibt es eine Sache, die ihr Leben vorbestimmt: Sie ist weiblich und wird sich allein deswegen schon mit anderen Problemen herumschlagen müssen als ich.

Ich will hier keine große Debatte beginnen. Ich möchte nur die Beobachtung teilen, dass sie Kleidung aus der Jungsabteilung kaufen muss, weil sie sonst nicht ihre Lieblingsfarbe, sondern nur Rosa und Rot tragen könnte; dass es in ihrer Lieblingsserie fünf Helden und nur eine Heldin gibt. Dass ihr auch heute schon gesagt wird, dass sie so lieb sei und brav und gleichzeitig kritisch beäugt, wenn sie mal wild und unnachgiebig ist.

Wie soll ich ihr erklär’n, wo liegt da der Unterschied?, rappt Danger Dan und spricht mir mit dem Song aus meiner Vaterseele. Ich wünsche mir eine Welt, wo es keine Rolle spielt, wo es nicht um Mann und Frau geht, sondern um Menschen.

Hey, ich habe das schon oft erlebt, dass wenn ich diese Punkte anspreche, gleich Leute aus Ecken gekrochen kommen, die von Verblendung und Ideologie schwadronieren. Doch es bleibt ja ein Dorn, dass wir von Krankenschwestern und Ärzten sprechen, statt Krankenpflegern und Ärztinnen und es eben Frauen sind, die in unserer Gesellschaft viel zu oft, systematisch auf Körperlichkeiten reduziert werden: ambivalent zwischen Mutterrolle und Topmodell.

Mir egal, welche Ideologie was gerade für sich beansprucht. Das interessiert mich nicht. Ich bin Christ und als solcher stehe ich dafür ein, dass wir Menschen sind und es keinen Unterschied machen sollte, welches Geschlecht wir haben. (Gal 3, 28)

Und so lautet meine Antwort auf: Wie soll ich ihr erklären, es gibt da ein paar Unterschiede / Die sich nicht erklären lassen, aber sie soll unterliegen. – Ich arbeite dran.

Schreibe einen Kommentar