Kann ich alleine Glauben?

Immer wieder wird, wenn es um den Glauben geht gesagt, dass dieser immer eine Gemeinschaft braucht und alleine keinen Bestand hat. Grund genug in dieser Woche noch mal der Frage nachzugehen: Kann ich alleine Glauben?

Wenn Du meine Definition von Spiritualität, Glaube, Religion und Kirche/Konfession von vor ein paar Wochen kennst, dann wird es Dich sicherlich nicht verwundern, wenn ich jetzt sage, dass Glaube keine Gemeinschaft braucht. Glaube ist die Beziehung von Dir mit Gott. Das ist Dein persönliches Ding und genauso wie Dir sonst auch niemand vorschreiben kann, wie Du Deine Beziehungen zu Menschen führst, so kann Dir auch keiner sagen, wie Du Deine Beziehung zu Gott führen sollst.

Und wofür dann Kirche?

Wenn es nun stimmt, was ich Dir sage, dass Du für Deine Beziehung zu Gott keine Gemeinschaft brauchst, dann stellst sich natürlich auch die Frage wofür Kirche, als Gemeinschaft von Gläubigen da ist. Nun ist es so, dass Gott keine exklusive Beziehung mit Dir führt, sondern jeden Menschen ruft. Kirche im Speziellen und Religion im Allgemeinen sind Gemeinschaften von Menschen, die Gottes Ruf folgen wollen und sich deswegen auch über die Erfahrungen mit Gott austauschen.

Es braucht keine Gemeinschaft für den Glauben, aber eine Gemeinschaft von Gläubigen kann Dir für Deinen Glauben helfen. Kirche ist ein Ort, der die verschiedenen Erfahrungen über die Jahre sammelt und in Glaubenssätzen systematisiert – also zusammenfasst. Damit kann Kirche und Gemeinschaft ein Sauerteig für die Entwicklung Deines Glaubens werden. Natürlich nur, wenn Sie auch Deine persönliche Beziehung zu Gott achtet und wertschätzt.

Die ausschlaggebende Frage ist also nicht, ob Du alleine glauben kannst (ja!), sondern ob Du alleine glauben möchtest und ob Du eine Gemeinschaft findest, die Dich in Deinem Glauben unterstützt.

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