Samy Deluxe feat. Torch, Xavier Naidoo, Afrob, Megaloh & Denyo – Adriano

In der Nacht vom 10. auf den 11. Juni 2000 wurde der Fleischer Alberto Adriano von drei alkoholisierten Neonazis im Dessauer Stadtpark zusammengeschlagen. Am 14. Juni 2000, drei Tage später starb er im Krankenhaus. Er hinterlässt drei Kinder und seine Frau. Grund für seinen Tod? Albertos Haut war nicht weiß. Das reicht, um auf ihn einzuprügeln. Denn in den Augen der 3 Täter haben „andere“ kein Lebensrecht.

Über dieses Verbrechen schrieben mehrere Künstler den Song „Adriano“, dessen Botschaft für mich auch heute noch ein stechender Schmerz ist: Jungs, das ist mein Leben. Das haben wir uns nicht ausgedacht.

Es ist für mich nicht vorstellbar, wie es sich anfühlt, dass mir Hass entgegengebracht wird, nur weil mein Aussehen sich unterscheidet. Dass mir Türen zugeschlagen sind, nur weil ich für andere fremd wirke. Das ich real meine eigene Sicherheit hier infrage stelle, weil jemand, der für andere so ist wie ich, umgebracht worden ist. Ich rap für meinen Bruder, denn ich könnte auch das Opfer sein.

Diese ehrliche Hilflosigkeit in Megalohs Augen, wenn er rappt Sie sagen: Reg dich ab, lass es hinter Dir / Aber wenn der Fremdenhass nicht endet was beginnt dann hier? / Und wie erziehe ich mein Kind dann hier? / Asylantenheime brennen noch immer hier!

Das Lied lässt mich rat- und rastlos zurück. Denn ich werde es niemals fühlen können, was Sammy und Co fühlen, wenn sie diese Zeilen performen. Aber das entbindet mich auch nicht davon es ernstzunehmen.

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