Adams Wedding – Oh Human Heart

Heute Abend hat das Warten ein Ende. Mit Heilig Abend endet die Adventszeit und beginnt die Weihnachtszeit. Danke, dass Du die letzten 24 Tage Dich mit meinen Gedanken zu Liedern, die mich dieses Jahr begleitet haben, gelesen hast. Am Ende der Reihe bleibt mir nur noch ein Lied und ein paar Gedanken.

Das Lied heißt Oh Human Heart von der Schweizer Band Adams Wedding. Ich mag Weihnachten, nicht nur, weil es oft Momente des Friedens und der Besinnlichkeit mitbringt. Die Zeit der Vorbereitung ist vorbei und das Jahr geht zu Ende. In der Stimmung lässt sich gut feiern. Aber Weihnachten ist dabei nicht immer harmonisch. Es ist viel Aufwand alle zu sehen und es ist eine schwere Entscheidung manche auch nicht zu sehen.

Oh human heart / Find beauty on the whole in shards heißt es im Song und irgendwie ist es das, was mich dieses Jahr am meisten berührt hat: Die Schönheit in den Scherben zu finden. In diesem Sinne wünsche ich Dir und den Menschen, die Dir wichtig sind gute und besinnliche Weihnachten.

Wenn Du Lust hast zwischen Weihnachten und Neujahr Dich von meinen Impulsen begleiten zu lassen, freue ich mich, wenn wir uns beim Sinnsucher+Kurs „Neustart“ lesen. Der Kurs ist, wie alles auf dieser Seite, für Dich kostenlos.

Ich würde mich freuen, wenn Du in die Kommentare schreiben könntest, ob Dir der Adventskalender gefallen hat. Das hilft mir und dem Team von Sinnsucher+ unser Angebot für Dich weiter zu verbessern.

Fynn Kliemann – Zuhause

Als ich im ersten Semester meines Studiums war, war es klar, wenn ich nach Hause fahre, ich in meine Geburtstadt fahre. Heimat das war etwas, dass mit einem Ort verbunden war. Der Ort, an dem ich geboren worden bin, groß geworden und jede Ecke eine alte Geschichte parat hält. Der Ort, an dem damals auch noch die meisten meiner Freunde gewohnt haben, sowie meine Eltern.

Wenn ich heute aufbreche, um für die Weihnachtstage in meine Geburtsstadt zu fahren, fahre ich nicht mehr nach Hause. Ich fahre mit Menschen, die mein Zuhause sind zu Menschen, die mir das erst ermöglicht haben. Über die Jahre und damit einhergehend das kennenlernen von vielen tollen Menschen an vielen Orten, ist mir klar geworden: Mein Zuhause ist kein Ort. Das bist du.

Meine Heimat ist da, wo ich mich geborgen fühlen kann und so sein darf wie ich bin.

Revolverheld – Ich lass für Dich das Licht an

In den letzten 21 Tagen habe ich immer wieder mal einen zu einem Lied beschrieben, wie viele auf und abs es in einer Beziehung geben kann. Worte finden, Spannungen aushalten, sich selbstfinden, aufgeben, Neustarten. Aber heute möchte ich eigentlich dieses Video und das Lied für sich stehen lassen.

Jemanden lieben braucht manchmal nur das Licht, dass für den*die Andere*n angelassen wird.

Wir sind Helden – Nur Ein Wort

Ach wie gern hätte ich ab und an ein Wort, mit dem ich all das sagen könnte, was ich mir gerade im Herzen brennt. Ein Wort mit dem all das unaussprechliche eine Form bekäme; womit klar wäre, warum es sich gerade bei mir dreht. Du würdest fragen, was mit mir gerade los sei und was mit mir nicht stimmt, ob Du mir helfen kannst oder ich was brauche und ich würde dieses eine Wort sagen und alles wäre geklärt.

Kein Missverständnis stände zwischen uns und keine weiteren Erklärungen wären nötig. Denn Du würdest dieses eine Wort verstehen und ich könnte alles in dieses eine Wort legen.

Doch, ich weiß es, dieses Wort existiert nicht, denn wie soll etwas Form finden, dass in mir selbst so formlos ist. Wir beide sind eben für uns genommen eigene Herausforderungen. Es gibt kein Wort, das uns beschreibt und es wird kein Wort geben, was das zwischen uns auflöst.

Es ist verrückt, wie schön du schweigst.

Gloria – Eigenes Berlin

Es gibt Menschen mit denen verbringe ich meine Zeit, weil ich es muss. Mit anderen, weil sie nett sind, aber vor allem, weil ich gerade eine ähnliche Zeit mit Ihnen durchmache und mit anderen, weil ich tief von dem Menschen fasziniert bin. In meinem Freundeskreis gibt es konstanten. Das erstaunlichste dabei? Die allermeisten von Ihnen leben nicht bei mir Vor-Ort, sondern schon ein ordentliches Stück entfernt. Der Kontakt ist eher spärlich, aber wenn wir uns mal treffen, dann gibt es kein fremdeln; dann fühlt es sich direkt vertraut an.

Es ist schön zu wissen, dass Menschen mit mir im Kontakt bleiben, weil sie mich als Person schätzen. Freiwillig. Ohne Zwang, Notwendigkeit oder höherer Absicht. Wenn es mir mal nicht so gut geht, dann wirkt es surreal, dass diese Menschen da sind.

Vielleicht bleib ich nicht bei Dir. Was hält mich schon für immer hier? Und ich bin mir sicher, dass wir uns trotzdem nicht verlieren.

Prinz Pi – Funkeln

Wer bin ich eigentlich, wenn keiner guckt?
Wenn ich mit mir alleine bin.
Wenn gerade keiner mit mir redet.
Wenn ich gerade an keinen denke.
Wenn keine Benachrichtigung mich an was erinnert.
Wenn ich einfach alleine mit mir bin.
Wenn keiner guckt.

Wer bin ich eigentlich, wenn keiner guckt?
Am Anfang war die Maske nur gemalt.
Und dann haben alle mich genau so kennengelernt.
Ohne Makel – die habe ich überschmickt
Ohne Fehler – die habe ich geheim gehalten
Ohne Probleme – die interessieren nicht

Am Anfang war die Maske nur gemalt.
Und die Farben waren die Waffen meiner Wahl.
Doch die Farben bleiben
und die Maske sitzt fest.

Wer bin ich eigentlich, wenn keiner guckt?
Wenn keiner was sagt

Wenn ich nur mich selber hören kann

Sarah Lesch – Testament

Ab und an ertappe ich mich dabei, wie ich denke, ich hätte alles schon gesehen. Viel zu oft folgt mein Alltag und meine Entscheidungen, den Entscheidungen, die ich vor Jahren mal getroffen habe. In der Überheblichkeit, nicht mehr darüber nachdenken zu müssen, was ich eigentlich genau will, vergesse ich oft innen zu halten und meine eigenen Prämissen kritisch zu betrachten.

Ich empfinde das als eine positive Seite des Älterwerdens, dass ich mir nicht mehr über alle Dinge Gedanken machen muss, hin- und hergerissen bin, sondern es auch einiges gibt, zu dem ich mir eine Position gebildet habe. Andererseits bekam ich in Studententagen immer wieder zuhören, dass meine Ideen vor allem auf jugendlichen Leichtsinn basieren und wenig mit der Realität gemein haben.

Heute weiß ich, dass das Abheben und Ketten lösen, der erste Schritt zur Problemlösung ist. Menschen, die dich kleinhalten, dich festhalten und binden wollen, sind nicht an Problemlösung, sondern nur an Machterhalt interessiert.

Und daran muss ich mich immer wieder selbst erinnern, wenn ich einen anderen Weg als fremd wahrnehme. Und daran muss ich mich auch immer erinnern, wenn meine Tochter Sachen macht, die ich nicht getan hätte. Denn das wichtigste ist, dass ich ein Kind hinterlasse, das sich selbst gehört.

Stimming – Bright Star (Sunset mix)

Egal wo ich hingehe: Du warst schon da.
Und egal wo ich anfange: Du bist schon da.
Und egal was ich plane: Du wirst schon da sein.

Es ist nicht leicht vor Dir wegzulaufen,
und genauso schwer ist es Dir zu begegnen.
Und welche Ideen ich auch habe
und welche Experimente ich auch wage,
Du bist schon da.

Mein Gott, wo bist Du eigentlich nicht?
Und wo bist Du, aber zeigst Dich niemanden,
versteckst Dich im Feuer,
ziehst Dich zurück auf’s heilige Land
bleibst Unantastbar und sagst: Du bist da.

Ich sag: Du machst Dich unglaubwürdig!

Und dann denke ich wie Du zu mir sagst:
Ich bin schon da, bevor Du Dich auf den Weg gemacht hast.
Ich war schon Gast, bevor Du beschlossen hast jemanden einzuladen.

Hey! Vielleicht kennen die da draußen nicht den Gott Deiner Eltern,
aber sie kennen Dich: Denn Du bist da.
Vielleicht verstehen sie nicht meine Sprache,
aber sie kennen Dich: Denn Du bist da.

Ich trage Dich nicht zu den Menschen.
Die Menschen tragen Dich zu mir.

Rosenstolz – Ich bin ich

Wenn ich gegen meine Tochter antrete, gewinne ich immer. Damit anzugeben ist nicht sonderlich nett, denn meine Tochter ist noch keine 2 Jahre alt. Ich hatte also deutlich mehr Zeit, all die Dinge zu üben. Doch ich bin ein fairer Sportsmann und trage sorge dafür, dass sie es bald mit mir aufnehmen kann. 

Ich zeige ihr wie man Bücher liest, Sandburgen baut oder so richtig schön quatsch macht; und wenn wir mal einen Wettkampf machen, bin ich – ab und an – auch ein fairer Papa und lasse sie gewinnen.

Ja, normalerweise gewinne ich gegen meine Tochter: Doch im Moment gibt es eine Sache – und ich bin mir sicher, dass es nicht die Letzte sein wird -, wo mir meine Tochter voraus ist. 

Seit einigen Wochen lernt sie laufen. Mittlerweile flitzt sie durch unsere Wohnung.
Ruckzuck ist sie von der Terrassentür wieder am Esstisch und bevor ich mich versehe wieder an der Tür. Die ganze Wohnung ist zu Ihrer Laufstrecke geworden. Und wenn Sie mal irgendwo gegen rennt, hinfällt oder über ihre eigenen Füße stolpert, dann schaut sie mich nur kurz n, stellt sich wieder hin und flitzt erneut los.

Ich hingegen stehe im Moment mehr auf wackligen Beinen. Wankel am Ende meines Studiums und am Beginn der Arbeitswelt. Statt zu rennen, plane ich zörgerlich den nächsten Schritt und dann kommt eine Ecke und ich stolpere. 

Zwar schaue ich dann auch mit großen Augen um mich, aber im Gegensatz zu meiner Tochter stehe ich nicht direkt wieder auf. Oft sitze ich da und ärger mich über die Ecke. Warum ist sie gerade jetzt da? Warum trifft es mich? Wieso war ich so dumm dagegen zu laufen? Und wenn ich mich, nach einer viel zu langen Zeit, wieder Aufraffe, konzentriere ich mich viel zu sehr auf die nächste Ecke, die mich aus der Bahn werfen könnte.

Ja, eigentlich gewinne ich immer gegen meine Tochter, aber im Moment steht sie auf eigenen Beinen und zeigt ihrem Papa wie das geht.

Ganz schön dämlich von mir. Ich weiß. Alles fühlte sich so zäh an. So Auswegslos und ohne alternative. Als würde sich alles mir in den Weg stellen und mich mit aller Kraft in die Knie zwingen.

Irsinn. Ich hab mein Gleichgewicht komplett verloren und muss für andere gerade stehen. Soll sogar Vorbild sein.

Ich will jetzt wirklich auch nicht zu viel jammern. Der ein oder die andere im Raum, kann sicherlich von deutlich größeren Sinnkrisen erzählen. Hey ich bin 29 und das wird sicher nicht die letzte Ecke sein gegen die ich renne.

Oder wie es Kohelet sagt: „Was geschehen ist, wird wieder geschehen, was getan wurde, wird man wieder tun: Es gibt nichts Neues unter der Sonne“

Beruhigend zu wissen, dass alles seine Zeit hat und nichts unnormal ist. Auch die wackligen Beine. Auch die Sorgen.

Meine Tochter hat es mir damals vorgemacht. Und immer wenn ich falle denke ich daran, was sie mir beigebracht hat:

Einfach aufstehen. Keine Angst und darauf vertrauen, dass alles gut wird.

Danger Dan – Sand in die Auge

Seit 4 Jahren bin ich stolzer Papa einer wunderbaren Tochter. Sie ist mal frech, mal lieb, mal abenteuerlustig, mal ruhig, mal selbstbestimmt und mal anhänglich – sie ist ein Mensch mit vielen tollen Facetten und doch gibt es eine Sache, die ihr Leben vorbestimmt: Sie ist weiblich und wird sich allein deswegen schon mit anderen Problemen herumschlagen müssen als ich.

Ich will hier keine große Debatte beginnen. Ich möchte nur die Beobachtung teilen, dass sie Kleidung aus der Jungsabteilung kaufen muss, weil sie sonst nicht ihre Lieblingsfarbe, sondern nur Rosa und Rot tragen könnte; dass es in ihrer Lieblingsserie fünf Helden und nur eine Heldin gibt. Dass ihr auch heute schon gesagt wird, dass sie so lieb sei und brav und gleichzeitig kritisch beäugt, wenn sie mal wild und unnachgiebig ist.

Wie soll ich ihr erklär’n, wo liegt da der Unterschied?, rappt Danger Dan und spricht mir mit dem Song aus meiner Vaterseele. Ich wünsche mir eine Welt, wo es keine Rolle spielt, wo es nicht um Mann und Frau geht, sondern um Menschen.

Hey, ich habe das schon oft erlebt, dass wenn ich diese Punkte anspreche, gleich Leute aus Ecken gekrochen kommen, die von Verblendung und Ideologie schwadronieren. Doch es bleibt ja ein Dorn, dass wir von Krankenschwestern und Ärzten sprechen, statt Krankenpflegern und Ärztinnen und es eben Frauen sind, die in unserer Gesellschaft viel zu oft, systematisch auf Körperlichkeiten reduziert werden: ambivalent zwischen Mutterrolle und Topmodell.

Mir egal, welche Ideologie was gerade für sich beansprucht. Das interessiert mich nicht. Ich bin Christ und als solcher stehe ich dafür ein, dass wir Menschen sind und es keinen Unterschied machen sollte, welches Geschlecht wir haben. (Gal 3, 28)

Und so lautet meine Antwort auf: Wie soll ich ihr erklären, es gibt da ein paar Unterschiede / Die sich nicht erklären lassen, aber sie soll unterliegen. – Ich arbeite dran.

Freschta Akbarzada feat. Sido – Meine 3 Minuten

Was würdest Du mit 3 Minuten bei denen Dich 2,6 Millionen Zuschauer*innen hören und sehen anstellen? Vor dieser Frage stand auch Freschta Akbarzada, die im November diesen Jahres im Final bei The Voice of Germany stand. Zusammen mit ihrem Coach Sido nutze sie die 3 Minuten, um Fragen aufzuwerfen (Warum kostet Wasser an der Tanke mehr als Benzin) und eine wichtige Botschaft zu platzieren: Drum nutze ich meine Zeit, um euch zu sagen: Ich hab Dich lieb. Wenn nur einer zuhört, ist das mehr Wert als der Sieg.

Ich glaube, ich nehme ins nächste Jahr einen drei Minuten Test mit. Bei all den Dingen, die ich links und rechts so mache, möchte ich mir immer wieder die Frage stellen: Wenn Du jetzt drei Minuten vor einem riesigen Publikum hast – was wäre Dir am wichtigsten zu sagen?

Damit die Zeit, die ich geschenkt bekomme, habe, nicht verstreicht, sondern für das Gute genutzt werden kann.

Philipp Poisel – Eisener Steg

Ich will Dich einmal noch lieben, wie beim aller ersten Mal. Manche Dinge kommen einfach nicht wieder. Egal wie sehr ich es mir wünsche und wie sehr ich mich danach sehne und wie sehr ich darum auch bitte, bete, niederknie – die Zeit lässt sich nicht zurückdrehen. Geschehene Dinge werden nicht mehr ungeschehen. Personen, die vom Tod aus meinem Leben gerissen worden sind, bleiben an dem Punkt stehen, an denen ich sie das letzte Mal gesehen habe.

Es brennt mir in der Brust, wenn ich mir vorstelle, das eine Beziehung zu einem mir liebgewordenen Menschen auf ein Mal einfriert und dann für immer auf diesen Stand bleibt. Sich nichts mehr ändern lässt. Mit dem Tod ist es dann einfach so. Das bleibt.

Die letzte Chance, die ich habe, ist der Moment, den ich mit Dir jetzt teile.