Philipp Dittberner – Das ist Dein Leben


Da draußen da tobt doch alles weiter. Auch wenn ich heute nicht mehr wär‘. Der November mit seinem Nebel und schon ganz kalt und ungemütlich und noch nicht adventlich-festlich hat mich ganz schön ins Nachdenken gebracht. Wie möchte ich, dass Menschen mich in Erinnerung behalten? Zu gerne würde ich Mäuschen bei meiner eigenen Beerdigung sein und Hören, was andere Menschen über mich sagen. Nicht um Lob zu hören oder zu merken, wie traurig alle sind, sondern um zu wissen was von meinem Leben in den Herzen meiner Freunde und Freundinnen übrig bleibt.

Denn ich kann es oft selbst nicht fassen, was jetzt an meinem Leben so besonders ist oder welche Spuren ich wo hinterlasse. Warum wir manchmal fliegen, nicht mal wissen wie es geht. Mein Leben läuft ja oft einfach auf Autopilot, es geschieht. Besondere Dinge geschehen. Sätze werden gesagt. Doch was ist das was hängen bleibt? Was ich gut gemacht habe?

In der jüdischen Tradition gibt es einen Brauch, der mich tief berührt hat. Auf den Grabsteinen eines jüdischen Grabs liegen immer Steine. Denn im jüdischen Glauben ist eine Person erst dann gestorben, wenn keiner mehr an sie denkt. Die Steine sind ein Zeichen dafür, dass die Person im Herzen weiterlebt.

Ich wüsste gerne, was von mir übrig bleibt und weiß, dass von anderen, die nicht leben bei mir übrig geblieben ist. Irgendwie gehören wir doch dazu.

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